Zu Improvisieren gilt traditionell als die höchste Kunst des Musizierens! Und insbesondere im Jazz führt kein Weg an einem improvisierten Solo vorbei, erst recht nicht wenn man Klavier / Piano spielt.
Wie alle wissen was es bedeutet zu improvisieren, wenn mal etwas Unvorhergesehenes geschieht, was unsere Planungen über den Haufen wirft: Dann heißt es spontan Dinge zu ändern und nach neuen Lösungen zu suchen. Nicht anderes ist Improvisieren.
In der Musik bedeutet "Improvisation" streng genommen "Komponieren in Echtzeit". Aber keine Angst! Es ist nicht halb so dramatisch und anspannend wie es klingt, denn man kann Improvisation gut trainieren. Dabei bedient man sich nicht selten eingeübter "Pattern", die wir als Musiker / Pianisten noch etwas variieren. Und auch das kann man - entsprechende Klavier-Grundtechniken vorausgesetzt - schneller lernen als an denkt.
In meinem Jazz Piano Grundkurs zeige ich wie es geht...
Dein Einstieg ins Jazz-Piano lernen: Um ein Gefühl für das freie Spiel die Piano Improvisation zu bekommen , solltest du dir unbedingt ein paar großartige Jazz-Pianisten - allesamt Meister der Improvisation! - anhören.
Meine Anhör-Tipps:
1. Keith Jarrett
Jarrett improvisiert extrem frei, oft aus kleinsten Motiven heraus. Seine Linien sind stark gesanglich, emotional aufgeladen und verbinden klassische Einflüsse mit tiefem Blues-Feeling. Anspielt-Tipp: Das Köln Live Konzert ("The Köln Concert") von 1975 in das du hier direkt reinhören kannst:
2. Bill Evans
Evans’ Improvisationen sind lyrisch, introspektiv und harmonisch sehr fein ausgearbeitet. Er denkt oft in schwebenden Voicings und entwickelt Melodien eher poetisch als virtuos.
3. Brad Mehldau
Mehldau verbindet romantische Melodik mit komplexer Rhythmik. Seine Improvisationen wirken erzählerisch, mit langen Spannungsbögen und viel innerer Logik.
4. Herbie Hancock
Hancock improvisiert melodisch, aber stets neugierig und offen für Überraschungen. Er kombiniert klare Linien mit rhythmischer Raffinesse und moderner Harmonik.
5. Chick Corea
Coreas Stil ist verspielt, lebendig und oft von lateinamerikanischen Einflüssen geprägt. Seine Improvisationen sind sehr melodisch, energiegeladen und voller spontaner Ideen.
6. McCoy Tyner
Tyner improvisiert kraftvoll und modal, mit klaren, einprägsamen Motiven. Trotz seiner rhythmischen Wucht bleibt seine Melodik sehr strukturiert und singbar.
7. Esbjörn Svensson (E.S.T.)
Svensson verband Jazz mit Pop- und Rockästhetik. Seine Improvisationen sind atmosphärisch, emotional direkt und oft minimalistisch, aber sehr wirkungsvoll.
8. Fred Hersch
Hersch improvisiert elegant, sensibel und hochmelodisch. Sein Spiel wirkt kammermusikalisch und lebt von feinen Nuancen und klarer melodischer Führung.
9. Kenny Barron
Barrons Improvisationen sind warm, ausgewogen und tief im Jazz-Traditionsgefühl verwurzelt. Seine Linien fließen natürlich und wirken stets mühelos melodisch.
10. Michel Petrucciani
Petrucciani spielte mit großer Klarheit und lyrischer Intensität. Seine Improvisationen sind direkt, emotional und stark von Gesangslinien inspiriert.
Meine Jazz-Ausbildung absolvierte ich bei Joe Haider und Prof. Wolfgang Köhler, denen mein besonderer Dank gilt.